FAQ

Die Stadt Mannheim wurde von der Bundesregierung im Februar 2018 als eine von fünf Städten ausgewählt, die bis Ende 2020 Maßnahmen testen sollen, die dabei helfen die Stickoxidbelastungen in der Luft zu reduzieren. Die aus dem zeitlich begrenzten Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse, sollen dann auch auf andere Städte übertragbar sein. In Mannheim werden im Rahmen des Projektes unter anderem Maßnahmen getestet, die den Öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen sollen, damit mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen.
Neben Mannheim sind die Städte Bonn, Essen, Herrenberg und Reutlingen Modellstädte. Alle fünf Kommunen gehören zu den 37 Städten in Deutschland, die nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Stickstoffdioxid im Jahresmittel in den Jahren 2016 und 2017 (µg/m³) überschritten haben.

Für das Modellstadt-Projekt hat die Stadt Mannheim im Vorfeld unterschiedliche Maßnahmen erarbeitet, von denen dann einige vom Bund zur Förderung ausgewählt wurden. Die Maßnahmen mussten dabei die Aussicht haben, möglichst effektiv und gezielt Stickoxidbelastungen senken zu können. Für eine Bezuschussung mussten die Maßnahmen kurzfristig umsetzbar sein und ihre Wirkung im Rahmen des Modellstadt-Zeitraums bis Ende 2020 entfaltet haben. Daher kamen langfristigere Planungen und Ausbauprojekte für den ÖPNV nicht in Frage.

Die Bundesmittel, die die Stadt Mannheim im Rahmen der Modellstadt erhält, sind an klare Vorgaben gebunden. Sie sind zudem auf den Projektzeitraum bis Ende 2020 begrenzt. Bei den tariflichen Maßnahmen bezuschusst der Bund dem ÖPNV-Nutzer direkt die Differenz zum regulären Fahrpreis. Aus den übrigen Mitteln werden beispielsweise die zusätzlichen Angebote im Busangebot finanziert.

In Anlehnung an die bisherige Tarifstruktur werden für einzelne Tarifprodukte Preisreduzierungen und weitere Anreize durch die Fördermittel geschaffen. Dabei sollen gezielt Personengruppen angesprochen werden, die den ÖPNV bisher nicht nutzen. So wurde beispielsweise beim eTarif, dem Luftlinientarif für das Smartphone, der Grundpreis innerhalb der Großwabe MA/LU reduziert.

Preissenkungen von durchschnittlich 30 Prozent zum regulären Preis gibt es darüber hinaus bei den GreenCity-Tickets. Diese sind gültig in der Großwabe Mannheim/Ludwigshafen und als Einzelfahrscheine, Mehrfahrtenkarten und als BC-Tickets erhältlich. Kunden können preisreduzierte Green City Tickets seit 1. Januar 2019 in Mannheim nutzen. Zeitgleich wurde das Angebot für Wochen-, Monats- und Jahreskarten in der Großwabe Mannheim erweitert. Zeitkarten der Großwabe Mannheim und Zeitkarten der Großwabe Ludwigshafen gelten nun in beiden Städten.

Die Tickets gibt es an allen Verkaufsstellen in Mannheim und Ludwigshafen, also an Automaten in Mobilitätszentralen und in Verkaufsagenturen. Im eTarif, also dem Tarif, der nach Luftlinienkilometern abgerechnet wird, ist die Vergünstigung beim Grundpreis bereits in der App hinterlegt.

Bei den digitalen Vertriebswegen (Handy-Ticket und online-Ticket) kann es im Moment noch zu technischen Problemen kommen.

Beginnt und endet Ihre Fahrt innerhalb der Großwabe Mannheim/Ludwigshafen, wird automatisch der günstigere Grundpreis für das GreenCity-Ticket berechnet. Eine gesonderte Auswahl dieses Tarifes ist nicht notwendig. Jedoch können Sie unter dem Menüpunkt „Preisauskunft“ prüfen, ob Ihre Fahrt für den GreenCity-Tarif qualifiziert ist.
Die zur Verfügung stehenden Fördermittel sind an feste Vorgaben gebunden und in Höhe und Dauer begrenzt. Im Fokus der geplanten und gemeinsam zwischen der Stadt Mannheim, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) und der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) abgestimmten Tarifmaßnahmen stehen dabei vorrangig die Kundengruppen, die in der Regel den öffentlichen Personennahverkehr nicht oder nur sehr sporadisch nutzen, um diese zu einem Wechsel in ihrem Mobilitätsverhalten zu bewegen.

Die allgemeine und jährlich stattfindende Tarifanpassung ist zunächst völlig losgelöst von dem Projekt Modellstadt Mannheim zu betrachten. Die Tarifanpassungen sind notwendig, um die Kostensteigerungen der Verkehrsunternehmen, insbesondere in den Bereichen Personal und Energie, zumindest teilweise kompensieren zu können. Der Aufwandsdeckungsgrad im VRN beträgt über alle Verkehrsunternehmen betrachtet gerade einmal 60%. Um das bisherige Leistungsangebot zu erhalten, aber auch an der einen oder anderen Stelle ausbauen zu können, ist es leider unerlässlich, die Preise jährlich anzupassen. Bei den im Rahmen des Projektes Modellstadt Mannheim zugesagten Fördermitteln handelt es sich auch nicht um zusätzliche Mittel, sondern um den Ausgleich der Mindereinnahmen, die bei den Verkehrsunternehmen aufgrund der Gewährung günstiger Fahrpreise innerhalb der Großwabe Mannheim/Ludwigshafen entstehen.

Ja. Im Zeitraum der Modellstadt vom 1.1.2019 bis 31.12.2020 muss der Arbeitgeber keinen monatlichen Grundbeitrag zahlen, falls der Firmensitz in Mannheim liegt. Der Modellstadt-Vertrag läuft bis zum 31.12.2021. Erst im letzten Vertragsjahr 2021 ist der Grundbeitrag durch das Unternehmen zu bezahlen.

Das Modellstadt-Projekt beinhaltet zwei Maßnahmen, die eine Verbesserung des Angebots zum Ziel haben:

Neuanbindung Glückstein-Quartier

Das Glücksteinquartier ist ein zentrales Stadtentwicklungsgebiet in Mannheim, das sich derzeit im Ausbau befindet. Neben den geplanten Wohneinheiten (rund 750 Wohnungen) entstehen hier auch zahlreiche Arbeitsplätze, zum Teil auch durch Neuansiedlungen. Eine Freihaltetrasse zur Stadtbahnerschließung zwischen der Stadtbahnstrecke nach Neckarau West und der Stadtbahnstrecke nach Rheinau ist berücksichtigt. Vor dem Bau einer Stadtbahnstrecke durch das Glücksteinquartier ist auch hier eine Buslinie als Vorlaufbetrieb zur Stadtbahn vorgesehen, die eine Erschließung des Geländes übernehmen kann und eine Verknüpfung zwischen den Linienästen der Stadtbahnen im Osten und Westen des Gebietes bedeutet. Die Linie wird im Rahmen des Modellstadt-Projektes mit 3 neuen Bussen (EURO VI- Norm) befahren. Die Umsetzung ist zum Fahrplanwechsel im Juni 2019 geplant.

Stärkung tangentialer Buslinien

Die Linie 50 ist die nachfragestärkste Mannheimer Buslinie und übernimmt mit ihren diversen Anschlussmöglichkeiten an die radial ausgerichteten Stadtbahnachsen eine wichtige Zubringer- und Verteilerfunktion. Aufgrund ihrer Verbindungsfunktion zwischen den Stadtteilen wird mit ihrer Stärkung die Möglichkeit von Direktfahrten zwischen den Stadtteilen verbessert. Im zentralen und stark belasteten Abschnitt zwischen Waldhof Bahnhof und S-Bahnhof SAP-Arena, den wichtigen Umsteigepunkten in das überregionale S-Bahn-Netz, wird durch die Überlagerung mit der Buslinie 45 zu einem 10-Minuten-Takt eine deutliche Angebotsverbesserung erzielt, die den Umstieg außerhalb des Mannheimer Zentrums attraktiver macht. Die Linie 45 wird dazu von Neuostheim bis Waldhof Bahnhof verlängert. Für die Stärkung der Zuverlässigkeit der Linie wird hierfür ein zusätzlicher Bus eingesetzt, 5 weitere Fahrzeuge sind für die Verdichtung auf einen 10-Minuten-Takt auf dem zentralen Streckenabschnitt eingeplant. Mit dem gezielten Ausbau und der Verknüpfung tangentialer Buslinien können darüber hinaus weitere wichtige Arbeitgeber in das ÖPNV-Netz eingebettet werden. Hierdurch wird auch die Attraktivität des Tarifangebotes für Firmenkunden verbessert und es ist mit einer erhöhten Nachfrage zu rechnen. Diese Angebotsverbesserung startete bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018.

Einzelheiten zu den neuen Fahrpreisen finden Sie hier.